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Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit

  • Mittwoch, 20. Mai 2020
  • Hannah Schütt, Frieda Schönleben

Zugehörige Gruppen

  • Schülerzeitung Burg-Monokel
  • UNESCO

Die Schülerzeitung des Burg-Gymnasiums war zur Bekanntgabe der Preisträger des diesjährigen Johann-Philipp-Palm-Preises für Meinungs- und Pressefreiheit eingeladen und berichtet hier im Folgenden von dieser Veranstaltung.

Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit

Die Schülerzeitung des Burg-Gymnasiums war zur Bekanntgabe der Preisträger des diesjährigen Johann-Philipp-Palm-Preises für Meinungs- und Pressefreiheit eingeladen und berichtet hier im Folgenden von dieser Veranstaltung.

Das Burg-Gymnasium hat in den letzten Jahren regelmäßig die Presiträger für Klassenvorträge an der Schule. Auch in diesem Jahr hoffen wir wieder auf diese interessante Möglichkeit.

Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit

Am 16. Mai wurden die zwei Preisträger des diesjährigen Johann-Philipp-Palm-Preises für Meinungs- und Pressefreiheit bekannt gegeben, der alle zwei Jahre bei uns in Schorndorf verliehen wird. Nachdem das Kuratorium sich nach zweistündiger, virtueller Diskussion auf die beiden Sieger festgelegt hat, wurden sie nochmals offiziell in einem kleinen Pressegespräch im Rathaus, zu dem auch die Schülerzeitung des Burg-Gymnasiums eingeladen war, vorgestellt.
Den Preis – dotiert mit jeweils 10.000 Euro – erhalten Bushra Al-Maktari, eine Aktivistin, Journalistin und Schriftstellerin aus dem Jemen, sowie Gui Minhai, ein Buchhändler und Verleger aus China.
Bushra Al-Maktari ist zwei Jahre durch ihr Land gereist, in dem ein andauernder Krieg herrscht, und hat dabei Gespräche mit über 400 Personen geführt. Sie hat die Schicksale eingefangen, diese in einem Buch mit dem Titel „Was hast du hinter dir gelassen?“ niedergeschrieben und das unter ständiger Lebensgefahr. Der Jemen steht auf der Rangliste der Pressefreiheit, verfasst von den Reportern ohne Grenzen, auf Platz 167 von 180. Das heißt, Journalisten fürchten ständig Gefahren und Drohungen und trotzdem möchte diese Frau ihrem Land eine Stimme geben. Das Buch berichtet von dem schlimmen Krieg, der im Jemen seit fünf Jahren wütet, aber bei uns kaum noch Thema ist. Al-Maktari sagt, dass „das Buch ein Versuch ist, die Opfer zum Sprechen zu bringen, ihnen eine Stimme zu geben. Damit die Welt diese Stimmen hören kann. Ich wollte den Schmerz der Opfer dokumentieren – nicht mit Zahlen, sondern indem sie über ihr Leid erzählen."
Der zweite Johann-Philipp-Palm-Preis geht an den Chinesen Gui Minhai, der momentan in China in Haft sitzt, obwohl er bereits seit 1992 die schwedische Staatsbürgerschaft besitzt. Durch die Mitgliedschaft im Independent Chinese PEN Centre, setzte er sich öffentlich für die Meinungsfreiheit in seinem Heimatland China ein. Außerdem verfasste er etliche Bücher unter einem Pseudonym, in denen er stets das chinesische politische System anprangerte. Er eröffnete seinen eigenen Buchladen und hatte schnell großen Erfolg damit. Auch in China gibt es leider keine Pressefreiheit - Gui Minhai war sich dieser Gefahr bewusst. So wurde er im Oktober 2015 aus Thailand nach China verschleppt und dort erst zwei Jahre später wieder freigelassen, obwohl vier andere Buchverleger, die zur selben Zeit verschleppt worden sind, schon 2016 freigelassen wurden. Als er sich 2018 in einem Zug zur schwedische Botschaft nach Peking befand, wurde er erneut von chinesischen Polizisten in Zivil abgeführt – 20 Tage später hatte man ihn das letzte Mal in der Öffentlichkeit gesehen. Seitdem befindet sich Minhai in Haft, wahrscheinlich in der Nähe von Ningbo. Am 25. Februar 2020 wurde er zu zehn Jahren Haft verurteilt. Mit seiner Tochter Angela Gui, die sich stark für die Freilassung ihres Vaters einsetzt, hält die Stiftung weiter Kontakt.
Das sind die zwei Ausgezeichneten der 16 Vorgeschlagenen, über die Oberbürgermeister Klopfer aussagt: „Alle sind preiswürdig, man würde am liebsten alle auswählen.“ Die offizielle Preisverleihung findet am 6. Dezember 2020 in der Barbara-Künkelin-Halle statt, auf die alle zuversichtlich hoffen.

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